Das Geschlecht der Herren von Fleckenstein
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, 31. Oktober 2008 um 21:43
Beitragsseiten
Das Geschlecht der Herren von Fleckenstein
Das Geschlecht der Herren von Fleckenstein 2
Alle Seiten

Die Familie der Herren von Fleckenstein wird zum ersten Mal in einer Urkunde des Jahres 1129 erwähnt: Frau Gutta schenkte mit dem Einverständnis ihres Sohnes Gottfried von Fleckenstein der Abtei Walburg im Heiligen Forst beträchtliche Güter und Einkünfte in den Dörfern Mattstall, Hirschtal, Schönau, Niedersteinbach und einigen andern, bei Weißenburg gelegenen Dörfern. Da alle diese Ortschaften Allod oder Eigenbesitz waren, können wir folgende zwei Möglichkeiten bedenken: entweder wurden die Fleckensteiner vom Kaiser mit der Burghut betraut, weil sie ein hier ansässiges Geschlecht waren, oder aber sie hatten im Laufe der Jahre diese Ortschaften durch Heirat oder Kauf erworben, was wiederum voraussetzt, dass sie bereits seit mehreren Generationen auf dem Fleckenstein saßen, bevor wir zum erstenmale von ihnen hören. Jedenfalls sind sie so fest mit dem Fleckenstein verbunden, dass dieser in späteren Jahren nicht mehr als kaiserliches Lehen, sondern als Eigenbesitz der Familie angesehen wurde. Dieses verwurzeltsein in der Gegend wird noch dadurch unterstrichen, dass Gottfried von Fleckenstein in jenen Jahren in Schönau zu Ehren des hlg. Nikolaus eine Kapelle errichtete, die er zur Familien Grablege bestimmte.

Burg Fleckenstein und die Territorialpolitik der Hohenstaufen

Um ihrem, durch das salische Erbe stark erweiterten Besitz im nördlichen Elsass einen Verwaltungsmittelpunkt zu geben, bauten die Hohenstaufen, nachdem sie 1138 die Kaiserkrone erhalten hatten, das auf einer Moderinsel im Heiligen Forst, eine Stunde abwärts des alten Königshofes Schweighausen, gelegene Jagdschloss Hagenau zu einer Residenz aus und erhoben die sich dort bildende Ansiedlung zur Reichsstadt. Gleichzeitig bauten sie auch Kaiserslautern zu einem Verwaltungszentrum aus und erwarben vom Bischof von Strassburg, das am Fuße der Burg Trifels gelegene Städtchen Annweiler. Alles deutete daraufhin, dass sie versuchten ihre Besitzungen um Kaiserslautern mit denen um Hagenau zu verschmelzen. Dadurch aber gewann der Fleckenstein erhöhte Bedeutung, lag er doch auf halbem Weg zwischen diesen Gebieten.

Jedoch die übrigen hier begüterten adligen Familien, wie die Herzöge von Lothringen, die Grafen von Zweibrücken, die Bischöfe von Strassburg und Speyer, waren nicht gewillt, ihren Besitz zu Gunsten der Hohenstaufen aufzugeben. Im Gegenteil, sie begegneten dem auf sie ausgeübten Druck durch den Bau von Burgen, die ihre eigenen Besitzungen schützen sollten: die Herzöge von Lothringen errichteten Lützelhardt und Hohenfels, die Bischöfe von Strassburg Schöneck. Dies wiederum gab dem Kaiser Anlass zum Bau von weiteren Reichsburgen, wie Winstein, Wasigenstein, Hohenburg und Wegelnburg. So entstand diese einzigartige Zusammenballung von Burgen zwischen Lernbach und Niederbronn, ein Beweis dafür, welch große Bedeutung gerade dieser Dreiländerecke in der damaligen Territorialpolitik zufiel.

Die Herren von Fleckenstein im 13. Jahrhundert

Erst 1174 werden wieder Fleckensteiner in Urkunden genannt, und zwar die Brüder Gottfried, Friedrich und Konrad, welche wir als die Enkel des 1129 genannten Gottfrieds ansehen dürfen.
Während Gottfried und Friedrich die eigentlich fleckensteinische Familie fortsetzten, gründete Konrad, nachdem er vom Kaiser mit dem Lehen der Hohenburg begabt worden war, die Familie der Puller von Hohenburg. Jedoch noch lange Jahre hindurch bewahrte sich dieser neue Zweig Rechte an den alten fleckensteinischen Familienbesitzungen.

Der Bau von Reichsburgen hatte den Hohenstaufen nicht nur erlaubt, einen steten Druck auf die Angrenzer und deren Vasallen auszuüben, sondern auch die Zahl der ihnen verpflichteten Ritter und Ministerialen erheblich vergrößert. Zum Treffpunkt dieser Ritter wurde die Kaiserpfalz zu Haguenau, einer der Lieblingsresidenzen der Hohenstaufen.
Die Verwaltung des weitläufigen Reichs und Hausbesitzes verlangte eine große Anzahl von Beamten aller Art. So kam es dass die Herren von Fleckenstein, wie auch die Ritter von Winstein, Wasigenstein und andere mehr, gar bald mit Aufgaben betraut wurden, welche ihre stete Anwesenheit in Haguenau erforderlich machten. Sie überließen deshalb die Burghut einem Mitglied ihrer Familie oder aber auch einem, ihnen verpflichteten Burgvogt. Sie selbst aber hielten sich zumeist in Hagenau auf, wo sie Haus und Hof und dadurch auch das Bürgerrecht erwarben.

An der Kaiserpfalz hatten die Herren von Fleckenstein das Kämmererlehen inne und 1248 wurde Heinrich von Fleckenstein zum Reichsschu1theiss von Hagenau ernannt, das heißt er wurde der Repräsentant der Reichsgewalt für den gesamten vom Verwaltungszentrum Hagenau abhängigen Bezirk. Wenn man weiß, dass in jener Zeit die Hohenstaufen zumeist in Sizilien residierten, so kann man ermessen, welche Bedeutung dieses Amt hatte und wie erheblich es den Einfluss und die Macht der Fleckensteiner stärkte. Dazu kam noch, dass kurz darauf, Konrad von Hohenstaufen, die Herren von Fleckenstein ebenfalls mit der Hut sämtlicher Reichsburgen im Hagenauer Raum betraute. Doch damit kamen sie in direkten Konflikt mit dem Papst


Aktualisiert ( Dienstag, 15. September 2009 um 21:05 )
 

Statistiken

Mitglieder : 2
Inhalt : 22
Inhaltsaufrufe : 42807

Plan route with GMaps

Ihre Route zur Burg Fleckenstein



googleWeather

CloudyCloudy 15 oC
Humidity: 77%
Wind: SW at 13 mph
Thu 53 - 63 oF » Showers «
Fri 49 - 65 oF » Partly Cloudy «
Sat 49 - 71 oF » Sunny «

Wer ist online

Wir haben 4 Gäste online

Navigationspfad

Start * Geschichte der Burg * Geschlecht Fleckenstein