Geschichte der Burg
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, 31. Oktober 2008 um 21:41
Die Römerzeit

In jenen fernen Zeiten waren jedoch die Möglichkeiten zu seinem Ausbau als Burg noch nicht gegeben. 
Die damalige Bevölkerung zog es vor, auf vorspringenden, leicht zu verteidigenden Bergrücken, großflächige Fliehburgen anzulegen, die auch den Viehherden Raum genug boten, wie zum Beispiel auf dem Schuhfelsen oberhalb Lembachs, das damit noch vor dem ihm gehörenden Fleckenstein in den Blickpunkt der Geschichte trat.



Hier nämlich in Lembach kreuzten sich zwei uralte Handelstrassen: die eine, von Süden kommend verließ bei Brumath die Rheinstrasse und führte über Schweighausen, Merzweiler, Wörth -alles römische Siedlungen- nach Lembach, um von hier aus, das versumpfte Taldreieck des Steinbachs und der Sauer  vermeidend, über die Höhe bei Wingen-Nothweiler das Lautertal und den Pfälzerwald zu erreichen. Die andere Strasse, vom westlich gelegenen Bitsch herkommend, verließ das oft versumpfte Steinbachtal bei Niedersteinbach, zog den trockeneren, auch beschwerlicheren Höhenweg über den Sattel zwischen Mohnberg und Krähberg vor und überquerte in Lembach die Sauer, wo sich eine Furt, später wohl auch eine Brücke befand. Von 
hier aus erklomm sie die Scherhol, um bei dem römischen Concordia, dem heutigen Altenstadt, die Rheinstrasse zu erreichen
.
Diese günstige Verkehrslage erlaubte es Lembach, schon zu römischer Zeit zu einem Vicus oder Flecken zu werden, in dessen unmittelbarer Nähe, auf der Anhöhe östlich der Vogesenclubhütte, die römischen Handelsleute ihrem Gott Merkur Tempel errichtet hatten. Bemerken wir noch, dass während des Mittelalters der westlich der Sauer liegende Teil Lembachs der "Flecken" genannt wurde, im Gegensatz zu dem östlich gelegenen "Dorf". Aus alten Urkunden wissen wir übrigens vor Vorhandensein eines Dorfes Krähberg, und wir gehen nicht fehl wenn wir annehmen, dass wir es hier mit einem sogenannten  Ausspann zu tun haben, wo die Pferde nach dem Aufstieg zum Hohwartsattel gewechselt wurden. Dieses Dorf ging  jedoch ein, nachdem sich die Verkehrslage völlig verschoben hatte.




Die fränkische Zeit

Nach der Besitznahme des Landes durch die Franken, erkannten diese frühzeitig die Bedeutung Lembachs und zahlreich waren die Edelleute, welche sich hier Besitz und Boden erwarben. Dies geht aus den Urkunden der Abtei Weissenburg hervor. In den Jahren zwischen 745 und 808 haben diese Adelsfamilien nicht weniger als 27 Schenkungen der Abtei Weissenburg gemacht. Doch das Aufblühen des Klosters Weissenburg, hatte den Niedergang des einst so blühenden Lernbachs zur Folge: der Handel verließ die alten Strassen und wurde von da ab über Weissenburg geleitet, wodurch Lembach schwere Einbusse an Einkommensmöglichkeiten erlitt. Fast gleichzeitig wird aber nun der lange vergessene Fleckenstein zum bestimmenden Faktor der gesamten Gegend.



 


Die Ursprünge des Fleckensteins

Ungefähr gegen das Jahr Tausend, begannen die großen Adelsgeschlechter auf besonders günstig gelegenen Bergen, Burgen zur Verteidigung ihrer Besitzungen anzulegen. Der Fleckenstein, sowohl durch seine Struktur wie auch durch seine geographische Lage, forderte geradezu zum Burgenbau heraus.
Wer aber war sein erster Erbauer?
Wir können schwerlich Antwort auf diese Frage geben, denn keine zeitgenössische Urkunde ist erhalten geblieben. Das Recht der Befestigung von Örtlichkeiten war ein dem Kaiser zustehendes Privileg: er allein konnte seinen Vasallen und Ministerialen erlauben, ihre Städte mit Mauern zu umgeben oder zum Schutze ihrer Besitzungen Burgen zu erbauen. Wir müssen also zunächst versuchen zu erfahren, wem der Fleckenstein zu jener Zeit gehört hatte, um sagen zu können, wer sein Erbauer war.

Der Flecken Lernbach war Lehnbesitz der Edlen von Ettendorf, das Dorf jedoch gehörte dem Bistum Strassburg. Der Fleckenstein selbst aber erscheint niemals im Zusammenhang mit diesen Lehen. Wir wissen jedoch, dass das Geschlecht der Salier, welches zwischen 919 und 1125 den Kaiserthron inne hatte, weite Besitzungen bei Kaiserslautern, wie auch einen Teil des Heiligen Forstes bei Haguenau besaß. Der Fleckenstein liegt nun, wie die Burg Trifels, auf dem Verbindungsweg zwischen diesen salischen Besitzungen. Wir dürfen deshalb annehmen, dass der Kaiser den Fleckenstein seiner strategischen Lage wegen, nicht mit anderen Ortschaften als Lehen weiter vergeben hatte, sondern ihn in seinen Händen zurückbehielt -genau wie den Trifels - um ihn zu einer Burg auszubauen, welche er einem seiner Getreuen in Form eines kaiserlichen Lehens zur Verwahrung anvertraute. Da solche Lehen erblich waren, nahm das mit der Burghut betraute Geschlecht den Namen der Burg an und nannte sich fortan Herren von Fleckenstein.



 

Aktualisiert ( Samstag, 19. September 2009 um 19:12 )
 

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